Herzensmenschen

Donnerstag, 29. November 2012

Es wird kälter, die Bäume haben ihr Blätterkleid abgeworfen. Ich kann meinen Atem sehen, wenn ich morgens zur Schule fahre. Meine Hände sind rot und taub, wenn ich an der Ampel ankomme. 07:22 Uhr - wie jeden Tag, doch heute ist  mein einer Freund nicht da. Ich komme wohl eine Ampelschaltung zu spät. Er wird wohl schon da sein. Es wird grün, ich fahre weiter. In der Schule angekommen, sehe ich ihn schon vor der Tür stehen. Er wartet. Normalerweise kommen wir zu zweit  und er hat einen Grund rüber zukommen. Heute war mein Freund nicht da, er kam gerade, als ich mein Fahrrad abschloss. Er löste sich von der Tür und ging los. Ich hielt inne, starrte ihn kurz an. Die Dunkelheit ließ zu, dass sich mein Blick und der stockende Atem nicht verrieten. Wie gern würde ich einfach auf ihn zugehen und ihm die Arme umschlingen und kurz drücken. Ihm kurz in die Augen blicken und lächeln. Ich mag ihn. Ich mag ihn wirklich - freundschaftlich. Gehe weiter rüber zum gemeinsamen Freund. Umarme ihn. Wir setzen und auf die Bank. Er setzt sich zwischen uns, viel lieber würde ich neben ihm sitzen, ihn ansehen und ihm etwas erzählen. Ihn auf Dienstag ansprechen. Er saß allein in der gesamten Ecke. Unsere Blicke trafen sich ein paar Mal, sie kribbelten elektrisierend auf meiner Haut. Mittags komm ich nach Hause und falle ins Bett. Die Müdigkeit überkommt mich. Ich kann sie nicht niederringen. Kuschel' mich ein in meine Decken und Kissen, beginne zu träumen. Träume von ihm, von Unterhaltungen, die ich niemals führen werde und schlafe ein. Wache abends auf, packe meine Schultasche, kritzel Hausaufgaben hin, verkrieche mich wieder in mein Bett. Schlafe bis zum nächsten Morgen. Schleppe mich unter die Dusche, lass das heiße Wasser über meine Haut laufen. Sie ist ganz rot, es schmerzt. Ziehe mich mühsam an, föhne die Haare, schwinge mich auf mein Rad, nur um den Tag mit genau den gleichen sinnlosen Tätigkeiten zu füllen.

Kommentare:

  1. Oh so kommt mir in letzter Zeit auch alles vor. Einfach funktionieren, atmen, lachen. Gefühle existieren aber ich lebe sie nicht...
    Ein schöner Text <3
    Danke übrigens für deinen
    Kommentar, du glaubst gar nicht wie sehr ich mich darüber freue wenn die Worte, die ixh einfach loswerden muss jand gefallen und sie verstanden werden <3

    AntwortenLöschen
  2. Eigentlich mag ich ja den Winter immer sehr.. Aber es ist immer so kalt..
    Liiebe Grüße ♥

    AntwortenLöschen

Liebe Worte sind immer gern gesehen <3